Da waren es noch fünf Glücksmonate

Zack, gerade erst habe ich die Sektkorken zum Start meiner Elternzeit knallen lassen und schon ist der erste Monat um. Wenn die Zeit weiter so rennt, muss ich in wenigen Tagen schon wieder ins Büro.

Andererseits kann ich sagen, 31 Papa-Töchter-Tage sind geschafft und die Kleine (und die Große) leben noch, haben etwas zum Anziehen und sehen auch ansonsten nicht sonderlich verwahrlost aus. Gut, das mit den Zöpfen klappt noch nicht so ganz, eine Wolljacke ist beim Waschen eingelaufen und letztens hatte ich nur noch fünf Natur-Joghurts im Kühlschrank. Aber es muss ja noch Entwicklungspotential für die nächsten Monate geben.

Neben dem ganzen organisatorischen und haushaltstechnischen Kram gibt es ja Gott sei Dank noch die Zeit mit den Kindern. Nach anfänglichen Beschnuppern und Einruckeln (Papa macht halt doch einiges anders als Mama) gab es für mich im letzten Monat einige Schlüssel- und Glücksmomente:

Das kleine Wunderwesen, ich komme nach dem Mittagsschlaf ins Zimmer und nehme es vorsichtig aus dem Bettchen. Meine Kleine blinzelt mich an, kuschelt sich mit ihrem Kopf an meinem Hals und ihre Arme drücken mich ganz fest – unsere erste „du-bist-mein-Papa-Umarmung“. Ich komme zur Spieldecke, sie blickt mich freudestrahlend an, dreht sich auf den Rücken, streckt ihre Arme nach mir aus und ich verstehe sofort: „Papa, nimm mich auf den Arm!“. Ich singe „Wie das Fähnchen auf dem Turme“, sie lacht vor Freude und bewegt ihre Finger. Ich frage „Nochmal?“ und verstehe ihr „Ja, Papa, bitte.“

Sie testet und forscht, sie übt und probiert, immer und immer wieder. Stundenlang. Und dann ist er da, der nächste Entwicklungsschritt. Wie schön, den Stolz in ihren Augen zu sehen. Sie kann nun robben, im TrippTrap sitzen, sich längere Zeit alleine beschäftigen, sucht ihre Mama, Schwester und Papa und freut sich, wenn ihre Familie wieder bei ihr ist.

Das große Wunderwesen, es kommt morgens in mein Bett gekrabbelt, kuschelt sich an mich und flüstert: „Mein Papa!“ Ich komme in die Kita um die Große abzuholen, sie lässt alles stehen und liegen und fliegt in meine Arme. Der kurze Blickkontakt beim Abendessen und wir verstehen uns.

Dieses unsichtbare Band, es ist da, es war schon immer da, vom ersten Tage an, es ist nur noch dicker geworden Ich liebe meine Mädchen und sie lieben mich. Das weiß und spüre ich. Wenn jemand wissen möchte, wie sich Glück anfühlt, ich kann es ihm sagen.

4 Kommentare

  1. Das hast Du so schön geschrieben!
    Da strömt einen das Glück und die Liebe zwischen Euch regelrecht entgegen.
    Es gibt einfach nichts schöneres, als diese Liebe von Kindern zu uns Eltern und Vätern.
    Ich habe auch schon einige Wollpullis einlaufen lassen…oh, da gab’s aber Ärger

  2. Richtig schön geschrieben, Rüdiger. Du drückst das aus, was ich zurzeit auch so innig fühle. Ich sehe förmlich das Band, das euch zusammenhält und muss bei jedem Satz an meine Tochter, an meine Frau und an meine Familie denken. Großartig

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