Pink, pink, pink sind alle ihre Kleider, weil ….

… ja warum eigentlich ist das so, frage ich mich immer wieder, wenn ich in die Kleiderschränke meiner Großen und inzwischen auch meiner Kleinen schaue. Weil ich absolut keine Lust mehr  auf die Fragen und die irritierten Blicke der Menschen habe, die meine beiden Töchter zum ersten Mal sehen. Und weil es so gut wie unmöglich ist, neutrale Baby- und Kinderklamotten im Laden und im Netz zu bekommen.

Das fing schon direkt vor der Geburt der Großen an. Meine Frau und ich hatten bewusst einen grünen Norwegerpullover und eine grüne Cordhose (aus der Baby-Jungenabteilung) gekauft. Wir machen bei dem ganzen Mädchenkram nicht mit, war (damals noch) unsere Devise! Allerdings haben alle, aber auch wirklich alle In-den-Kinderwagen-Gucker sofort geschlussfolgert: „Ah, ein Junge, herzlichen Glückwunsch!“ „Nein, kein Junge, es ist ein Mädchen“ habe ich die ersten zehn Mal noch brav geantwortet. Irgendwann habe ich aufgegeben und immer dann, wenn (insbesondere) Frauen aller Altersgruppen mit einem beseelten Lächeln in den Kinderwagen schauten, gesagt: „Hurra, es ist ein Mädchen.“ Aber das führte zu noch mehr Irritationen und Kopfschütteln. Willst du wissen was für ein Geschlecht das Baby hat, schau welche Farben es trägt. Ganz egal, was der Vater auch sagt. Farben lügen nicht!!!!

Aber es gibt scheinbar auch Menschen – in der Regel sind sie männlich – die den Geschlechter-Dresscode nicht kennen. So hat mich einmal unser Fensterputzer gefragt, ob ich einen Junge oder ein Mädchen hätte. Zur Erklärung hielt ich ihm das Kind samt rosa Strampler entgegen. Er antwortete: ein Junge? Da wusste ich dann auch nicht mehr weiter.

Als ich zum zweiten Mal Vater wurde, war ich kleidertechnisch echt erleichtert, dass es wieder ein Mädchen war. Gott sei Dank muss ich mir jetzt nicht den Kopf zerbrechen, ob der Body, den ich der Kleinen gerade anziehe, dem Geschlechter-Dresscode entspricht. Ich greife einfach in die Schublade und egal was ich auch auswähle, ich kann nix falsch machen, es wurde ja schon von einem Mädchen getragen.

Nach inzwischen drei Jahren als Vater einer Tochter habe ich akzeptiert, das die beiden Wörter Pink und Mädchen untrennbar miteinander verbunden sind. Was ich bislang noch nicht kapiert habe:  warum muss bei jedem Pink auch noch ein scheues Reh mit riesigen Augen, ein bunter Schmetterling oder ein großes Blumenbild aufgedruckt sein. Flugzeug- oder Baggeraufdrucke sind von Natur aus scheinbar immer nur mit grünen oder blauen Untergrund gekoppelt.

Aber der Geschlechtercode hört ja bei der Kinderbekleidung nicht auf. Egal, ob Laufrad, Ü-Ei, Lego, Playmobil, Puzzles, Trinkflasche, Schnuller, Kinderwagen, Malstifte, usw. Überall gibt es inzwischen eine Mädchen- und eine Jungenlinie. Soviel also zum Thema Gender!

Bis vor zwei Wochen hatten meine Frau und ich noch die Absprache, rosa, pink und lila ist okay. Aber bitte kein Glitzerzeug. Dann kam das Paket von Verbaudet mit den neuen Winterschuhen. Lila mit ganz viel Glitzer. Meine Große liebt ihre neuen Schuhe …

1 Kommentare

  1. Lustig, dazu habe ich auch gerade einen Artikel geschrieben. Das Thema scheint uns Papas zu bewegen. Wahrscheinlich geht’s mir in einigen Jahren wie dir und ich werde die rosa Pony-Regenbogen-Schmetterling-Prinzessinnen-Pullover verfluchen. Bis die Kleine aber entscheiden kann werde ich ein dickes, fettes Veto gegen jedes dieser pinkfarbenen Folterinstrumente einlegen :p
    Wenn schon rosa, dann bitte mit dem Segen der künftigen Trägerin.

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