Ich bin krank – wie erkläre ich das meinen Kindern?

Kindern erklären was Kranksein bedeutet

Seit ein paar Tagen liege ich flach. Mich hat es so richtig erwischt. Nichts lebensbedrohliches, „nur“ eine der vielen Herbstkrankheiten, die man so im Herbst bekommen kann. Die AU ist unterwegs ins Büro, meine Frau versorgt mich mit Medikamenten, Vitaminen und was ich sonst noch so brauche. Meine Schwiegermutter ist gekommen und kümmert sich morgens um die Kinder. Also alles geregelt.

Nur meine Kinder verstehen nicht, warum ihr Papa die ganze Zeit im Bett liegt. Kein Durchkitzeln morgens nach dem Aufwachen, keine Umarmung nach der Kita und auch kein Bilderbuch abends vor dem Schlafen auf Papas Schoß. Aber wie erkläre ich meinen Kleinen, dass ihr Papa krank ist? Ich habe ja keine roten Punkte auf dem Gesicht oder einen dicken Verband um den Arm. Noch viel schwieriger finde ich den Begriff ANSTECKEND zu erklären. „Nein, ich kann jetzt nicht mit euch kuscheln, ich bin krank und ansteckend!“ In den Augen meiner Kinder sehe ich nur Fragezeichen. „Papa, was ist ansteckend?“ fragt der Tiger sofort. „Kannst du mich jetzt nie mehr auf den Arm nehmen?“ Und Lila legt ihren Kopf auf meinen Bauch und streckt die Arme nach mir aus.

Ungeladene Gäste machen Papa krank

Ich schaue beide an, schüttele mit dem Kopf und erkläre: „Das ist nur für eine kurze Zeit. So lange bis die Müllabfuhr kommt. Dann kann ich euch wieder tragen, küssen und mit euch toben. Bei mir im Körper sind ganz kleine Gäste zu Besuch, die ich nicht eingeladen habe. Die machen mich schlapp und meinen Körper ganz warm. Deshalb habe ich jetzt auch Fieber und starke Halsschmerzen.“

„Und diese unsichtbaren Gäste in meinem Körper möchten auch gerne euch besuchen. Aber das dürfen die nicht! Deshalb kann ich euch jetzt nicht küssen oder auf den Arm nehmen. Die Viren, so heißen die Gäste, können nämlich nicht gut springen. Wenn wir weit genug voneinander entfernt sind, schaffen sie es nicht zu euch rüber zu hüpfen. Dann ärgern die sich und ihnen bleibt nichts anders übrig, als bei mir zu bleiben. Aber nicht mehr lange. Mama hat mir ja Tabletten gekauft. Die sind wie ein großes Müllauto und bringen alle Gäste in meinem Körper auf die Müllkippe. Und wenn sie alle gefunden haben bin ich wieder gesund und wir können wieder toben, spielen und uns umarmen. 🙂

Das Gespräch war am Dienstag. Und morgen kommt dann die echte Müllabfuhr. Dank Antibiotikum kann ich mein Versprechen halten und heute sogar den Artikel schreiben 😉

Väter, ran an die Kinderbücher

Papa liest Bilderbuch vor

Lesen ist weiblich! Den Eindruck können Jungen und Mädchen bekommen. Warum? Weil es in der Regel Frauen sind, die sich Zeit nehmen und mit Kindern lesen. Erst sind es die Mütter und Omas, dann in den Kitas die Erzieherinnen und auch später in der Grundschule sind es meist Lehrerinnen, die vorlesen. Männer tauchen im Bildungswesen oftmals erst ab der weiterführenden Schule auf. Dort wird Lesekompetenz aber vorausgesetzt und die Zeit des Vorlesens ist ab Klasse fünf vorbei. Deshalb: Väter, ran an die Kinderbücher!

Nur 8 Prozent der Väter lesen ihren Kindern alleine vor

Lesen Väter wirklich so selten ihren Kindern vor? Die Studie „Warum Väter nicht vorlesen“ der Stiftung Lesen wollte es 2009 (ja, ich weiß, es ist nicht die aktuellste Studie 😉 ) genauer wissen. Auf die Frage: „Wer liest am meisten vor?“ antworteten die 4 bis 9 Jährigen: 73% lesen die Mütter vor, bei 11% lesen beide Eltern gemeinsam vor, bei 8% lesen die Papas und bei 6% die Omas vor. Aber wieso machen sich die Väter beim Vorlesen so rar? Auch beim Vorlesen kristallisiert sich das alte Rollenbild heraus. Viele Männer sehen ihre Partnerinnen in der Verantwortung, mit den gemeinsamen Kindern zu lesen. Ein Teil der Väter hat das Gefühl für gemeinsame Lesemomente mit ihren Kindern keine Zeit zu haben. Sie unternehmen in ihren Zeitfenstern lieber andere Vater-Kind-Aktivitäten. Und dann spielt die eigene Freude am Lesen sicherlich auch eine Rolle. Wer selbst nicht gerne Bücher liest wird nicht vor Freude hier rufen, wenn die Kinder mit einem Buch um die Ecke kommen. Und dennoch, egal wie groß die Hürden auch sein mögen: Väter, sagt ja zum Vorlesen!

Lesen geht immer

Papa liest seinen Kindern vorSchon mit den Kleinsten können sich Väter Bilderbücher anschauen. Inzwischen gibt es eine Vielzahl „mein erstes Bilderbuch“ für Kinder ab einem Jahr. Egal ob aus Stoff, Pappe oder auf dem Tablet, zum Schieben, Blättern oder Wischen, Vorlesen gehört mit zu den einfachsten Vater-Kind-Aktionen überhaupt. Man braucht ein Buch oder Tablet und ein Sofa, Sessel oder Stuhl. Das war´s. Lesen ist absolut wetterunabhängig und super kostengünstig (wenn man einen Bibliotheksausweis besitzt).

Aber warum sollen Väter überhaupt vorlesen? Reicht es nicht wenn Mama oder Oma vorliest? Nein, das reicht nicht. Insbesonders für Väter von Söhnen gilt: Seid Lese-Vorbilder für eure Kinder. Dann bekommen Jungen nicht das Gefühl Lesen sei unmännlich. Im Idealfall bekommen sie so einen Zugang zum Lesen und werden später nicht von den Mädchen in der Lesekompetenz abgehängt. Wieso Lesen so wichtig ist? Kinder, denen Lesen leicht fällt, haben es während der Schullaufbahn, in der Ausbildung und/oder im Studium und später im Job in der Regel einfacher.

Und Vorlesen bedeutet für Väter einen doppelten Gewinn: Sie verbringen Zeit mit ihren Kindern und erfahren ganz nebenbei auch noch etwas vom Alltag ihrer Kinder, wie es ihnen geht, was sie gerade beschäftigt und worüber sie sich Gedanken machen.

Rituale sind hilfreich!

Papa liest Pixi Buch vorWie können Vorlesezeiten locker in den Alltag von Vätern und ihren Kindern integriert werden? Durch Rituale! Egal ob Papa abends vor dem Schlafengehen noch eine Gute-Nachtgeschichte oder am Wochenende morgens um sieben im Elternbett drei Pixibücher vorliest, feste Zeitpunkte sind hilfreich. Und ja, manchmal kann das Vorlesen auch ziemlich nervig sein. Nämlich dann, wenn Papa das Lieblingsbuch seit vier Wochen jeden Abend 3x hintereinander vorlesen soll. Und zwar Wort für Wort! Exakt so wie es ihm Buch steht. Ein neues Wort wird sofort zur Kenntnis genommen und abgestraft. Dann heißt es Augen zu und durch. Irgendwann geht selbst die größte Biene-Maja-Liebe mal zu Ende. Versprochen! Allerdings ist das Wort „Irgendwann“ gelegentlich ziemlich dehnbar 😉

Und Väter sollten sich gerade bei kleinen Kindern nicht wundern: Diese haben manchmal eine sehr unorthodoxe Art und Weise durch Bilderbücher zu blättern. Da muss nicht zwangsläufig auf  Seite 5 auch wirklich Seite 6 folgen. Warum nicht erst einmal zu Seite 15 bevor es zurück zu Seite 2 geht.

Wie steht es um meine eigene Freude am Vorlesen?

Lese ich meinen Kindern Bücher vor? Ja, so gut wie jeden Tag. Lese ich gerne vor? Seit drei Jahren lautet die Antwort: Ja! Das war aber nicht immer so. Bevor ich Vater wurde, habe ich kaum vorgelesen, weder in der Schule noch später meinen Patenkindern. Dabei lese ich seit meiner Jugend begeistert Krimis und Belletristik. Aber Vorlesen? 40 Jahre war meine Antwort: Nein danke! Das musste ich nach der Geburt vom Tiger erst üben. Heute macht mir Vorlesen Spaß. Die Begeisterung und Freude in den Augen meiner Kinder ist nicht zu übersehen und ich genieße den engen Kontakt mit meinen Mädels. Ich habe super Glück! Denn ich habe grandiose Zuhörerinnen 😉

#btw17 – Wo mache ich meine Kreuze?

Da stehen und hängen sie wieder. An jeder zweiten Straßenlaterne die kleinen und auf den Grünstreifen an vielbefahrenen Straßen die großen: Wahlplakate! Mal mit Wahlslogan, mal mit Gesicht. Am 24. September ist Bundestagswahl. Doch wen soll man wählen? Welche Kandidatin bzw. welcher Kandidat vertritt die Interessen für Familien am besten und sollte aus Münster nach Berlin?

Drei Fragen an vier Politikerinnen und Politiker

Um das herauszufinden, habe ich vor knapp drei Wochen den Direktkandidatinnen und -Kandidaten der CDU, SPD, FDP und Grünen eine Mail geschrieben. Drei Fragen wollte ich gerne beantwortet haben. Zwei Politiker haben geantwortet. Robert von Olberg von der SPD und Jörg Berens von der FDP.

Achtung Unterstellung: Für Sybille Benning von der CDU und Maria Klein-Schmeink von den Grünen scheint Familienpolitik nicht so wichtig zu sein oder die beiden Kandidatinnen sind sich einfach siegessicher bzw. haben einen sicheren Listenplatz oder aber sie haben einfach keine Lust einem Familienvater und Blogger zu antworten.

Wie auch immer. Von den beiden Kandidatinnen gab es jedenfalls keine Rückmeldung. Weder ein „Vielen Dank aber aus den und den Gründen können wir Ihnen leider nicht antworten“ und auch kein „Wir beantworten Ihre Fragen gerne mündlich“. An mangelnder Zeit kann es nicht gelegen haben, immerhin sind beide aktuelle MdBs und haben ein paar Mitarbeiterinnen in ihrem Wahlkreis bzw. im Büro in Berlin. Herr von Olberg und Herr Berens hingegen können auf diese Ressourcen nicht zugreifen. Trotzdem haben sie sich Zeit genommen und ausführlich auf meine Fragen geantwortet. So verstehe ich Wahlkampf; jede Wählerstimme wird ernst genommen! Vielen Dank!

Erste Frage an Herrn von Olberg

Auf dem aktuellen Wahlplakat Ihrer Partei heißt es: „Kinder fordern Eltern, Wir fördern Eltern.“ Was sind aus Ihrer Sicht die Dinge, die sich für Familien ändern müssen, damit diese das Gefühl haben „gefördert“ zu werden?

Als SPD wollen wir allen Menschenei Möglichkeit geben, Familie und Beruf selbstbestimmt in Einklang zu bringen. Es muss selbstverständlich werden, dass neben der eigenen Arbeit auch für beide Elternteile Zeit für die Familie bleibt.

Indem wir die Familienarbeitszeit und das Familiengeld einführen, ermöglichen wir es Vätern und Müttern, ihre Arbeitszeit partnerschaftlich aufzuteilen. Das bis zu 24-monatiege Familiengeld von 150 Euro monatlich pro Elternteil erhalten Familien, in denen beide Eltern jeweils 75-90 Prozent der jeweiligen regulären Vollzeit arbeiten. Weiterhin werden natürlich auch Allein- oder getrennt Erziehende das Familiengeld erhalten. Die Familienarbeitszeit soll ebenfalls Menschen unterstützen, die ihre Eltern oder Verwandte pflegen. Wir wollen Menschen, die Familienmitglieder pflegen, eine Freistellung von der Arbeit mit Lohnersatzleistungen ermöglichen.

Mehr Selbstbestimmung wollen wir zudem ermöglichen durch ein gutes Angebot an Kitas und Schulen: Wir wollen durch höhere Ausgaben für Bildung genug Kita-Plätze schaffen und diese besser ausstatten, zusätzliche Erzieherinnen und Erzieher einstellen und einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung bieten. Zudem wollen wir die Beitragsfreiheit der Bildung von der Kita bis zum Meister und Master.

Erste Frage an Herrn Berens

Auf Ihrer Homepage finde ich keine familienpolitischen Schwerpunkte. Allerdings habe ich gelesen, dass Sie Vater einer Tochter sind Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigen Dinge, die sich für Familien verändern müssen?

Eine zentrale Forderung der FDP ist das Kindergeld 2.0. Hier wollen wir Leistungen für Kinder bündeln und sie dem Kind zu Gute kommen lassen und begründen so einen eigenen Anspruch, so dasss im Falle des Falles dieses Geld auch von Verwandten des Kindes oder das Jugendamt verwaltet werden kann. Weitere Informationen findet Sie hier.

Eine Frage, zwei ähnliche Antworten

Wie stehen Sie zur der Aussage: alle Kinderprodukte (Windeln, Schnuller, Kinderwagen, Schultornister, …) und Kinderspielzeug sollten mit 7% anstelle von 19% besteuert werden?

Herr von Olberg: Ich persönlich werde mich auf für eine Reduktion der Mehrwertsteuer für Kinderprodukte stark machen, um so Familien unmittelbar zu unterstützen. Bundeswirtschaftsministerin Zypries hat dies ebenfalls kürzlich öffentlich unterstützt.

Herr Berens: Sie haben recht: Hier gibt es Ungerechtigkeiten, die wahrscheinlich niemand erklären kann. Bereits in der Periode 2009-2013 war es das Ziel der Freien Demokraten hier eine umfassende Reform auf den Weg zu bringen. Dies ist uns dann aus verschiedenen Gründen nicht gelungen. Meine Auffassung nach ist eine solche Vereinfachung und Überprüfung der Mehrwertsteuersätze nach wie vor wichtig. Ich kann mir sehr gut vorstellen, „Kinderprodukte“ mit dem verminderten Satz zu besteuern.

Und zum guten Schuss…

Warum sollte ich als Familienvater Sie wählen?

Herr von Olberg hat die Frage zusammen mit der Frage zum verminderten Mehrwertsteuersatz  beantwortet.

Herr Berens: Seit gut zwei Jahren bin ich nun Vater einer heranwachsenden Tochter. Sie hat unser Leben auf den Kopf gestellt. Außerdem hat sie an der einen oder anderen Stelle meine Sicht auf die Dinge verändert. Das Parlament lebt davon ein Abbild der Gesellschaft zu sein. Dazu gehören auch (relativ) junge Familienväter. Wenn Ihnen eine solche Vertretung wichtig ist, bitte ich abseits der vielen inhaltlichen Punkte herzlich um Ihre Stimme.

Herr Berens war so nett, noch auf die Interviewreihe vom Familienforum Münster „Gespräche auf dem roten Sofa“ hinzuweisen. Die Interviews der Kandidatinnen und Kandidaten der SPD, CDU, FDP, Grüne und Linke können auf YouTube angeschaut werden.

Gut zusammengefasst sind die Familienpolitischen Themen der einzelnen Parteien auch in der September-Ausgabe der „Eltern.“

So ganz hundertprozentig weiß ich jetzt zwar immer noch nicht, wo ich meine beiden Kreuze mache aber immerhin weiß ich jetzt, wo ich sie nicht machen werde 😉 Familien sind leider nicht die größte Wählergruppe. Daher meine Bitte an alle Mütter und Väter: geht zur Wahl! Unsere Stimmen sind wichtig! Und klar, Familienpolitik ist nicht alles aber darf auch nicht vernachlässigt werden!!!

Antwort eines modernen Vaters

Hajo Schumacher hat auf Spiegel-Online in seinem Artikel „Was wir modernen Väter von unserer Vätern lernen können“ die Frage aufgeworfen, was einen modernen Vater ausmacht. Er beantwortet im zweiten Satz seine Frage gleich selber: „Zunächst mal der Wunsch, anders zu sein als der eigene Erzeuger!“ Herr Schumacher sieht sich als moderner Vater, jedenfalls schreibt er in Wir-Form. Willkommen im Club! Allerdings muss ich ihm gleich widersprechen. Ich wollte nie (eventuell ganz kurz in der Pubertät) anders sein als mein Vater. Vielmehr ist mein Vater in seiner Rolle als Mensch und Erzieher bis heute ein großes Vorbild für mich.

Persönlich finde ich den Begriff Erzeuger sehr unglücklich gewählt. Zu oft werden Väter, die getrennt von ihren Kindern leben und die (aus welchen Gründen auch immer) wenig bis keinen Kontakt zu ihren Söhnen und Töchtern haben, von ihren Kindern nur noch „mein Erzeuger“ genannt. Weniger Vater sein geht nicht.

Was können wir von unseren Vätern denn lernen?

Im nächsten Satz fragt der Autor: „Aber kann es sein, dass unsere Väter kompetentere Erzieher waren als wir ratgeberüberfütterten Optimierungsjunkies?“ Ich bin vielleicht etwas begriffsstutzig aber nach dem Lesen des Artikels auf Spiegel Online habe ich mich gefragt, was wir modernen Väter denn jetzt von unseren eigenen Vätern lernen können bzw. warum die Väter vor dreizig, vierzig Jahren kompetentere Erzieher gewesen sein sollen? Das selbstverständliche Mitandern bzw. Nebeneinanderher? Ja, dadurch gäbe es mehr Lücken bzw. Freiraum für die Kinder, das stimmt. Oder dass, ich mache alles aus dem Bauch heraus und brauche keine Fachbücher? Kann klappen, wenn der Bauch ein gutes Gespür hat. Oder die alte Familienstruktur Vater geht arbeiten und Mutter kümmert sich um die Kinder? Sorry aber das ist nicht meine Vorstellung von Vater sein.

Ich selbst zähle mich auch zu den „modernen“ Vätern (bevorzuge allerdings den Begriff aktiver Vater). Herr Schumacher behauptet wir modernen Väter wüssten nur wolkig, was wir sein wollen. Ob er in seinem Artikel von sich auf andere schließt? Dann kann ich ihm nur einen Tipp geben: Sprechen Sie mit andere Vätern und fragen Sie was aktive Papas mit ihren Kindern machen und wie sie gemeinsam mit ihren Partnerinnen die Familie managen. Reden hilft! Das ist nämlich dass, was Mütter meist perfekt können. Geburtsvorbereitungskurs, Pekipgruppe, Elternstammtisch, etc. überall vernetzen sich Mütter miteinander und tauschen sich aus.

Die Krux mit der modernen Vaterrolle

Was die Fähigkeit zur Vernetzung angeht, da können wir Väter uns von den Müttern noch so einiges abgucken. Vielleicht ist das auch einer der Gründe, warum viele Männer schwimmen, wenn es um ihre Rolle als Vater geht. Das sehen ich genauso wie Herrn Schumacher. Viele Papas haben ihr Bild vom Vatersein noch nicht gefunden und halten daher an dem alten Rollenbild vom Vater als Ernährer fest. Aber nicht weil sie so tolle Väter hatten, die heute als gute Vorbilder dienen. Vielmehr sind sie unsicher, weil ihre eigenen Väter abwesend waren. Mama und Kinder waren so eingespielt, dass Papa selbst am Wochenende kein Bein auf den Familienboden bekam und sich lieber in das stürzte, was er gut konnte: Malochen. Ob samstags im Betrieb auf Überstundenbasis oder im (Scherber-) Garten. Klar, die Familie war bei der Gartenarbeit mit dabei aber eben nur mit dabei. Intensives miteinander Spielen und emotionale Bindung sah und sieht anders aus.

Moderne Väter wissen, was sie sein wollen

Zurück zu der Behauptung, moderne Väter wüssten nicht, was sie sein wollen. Da muss ich Herrn Schumacher erneut widersprechen. In Münster gibt es die „Papazeit“. Ein Treff für Väter mit ihren Kindern. Dort habe ich im letzten Jahr mit vielen modernen Vätern gesprochen. Und die Papas wissen ziemlich gut, was sie sein wollen.

Auch ich weiß genau, was ich für meine Töchter sein will: Ein Vater der viel Zeit mit ihnen verbringt. Und ja, ich nenne es Qualitytime. Ob auf dem Spielteppich, im Sandkasten, beim mit-Kreide-malen auf der Straße oder auf der Spielplatzwippe. Ich bin dabei. Ich gebe meiner jüngsten Tochter ihren Brei und passe parallel auf, dass die Große sich nicht zu viel Butter auf ihr Toastbrot schmiert. Ich wechsele die Windeln bei Lila, wenn sie voll ist. Ich bin ein super Tröster und Schmerzenwegpuster, wenn eine meiner Töchter sich verletzt hat. Wenn die Große zum wiederholten Mal Lila haut oder die Kleine dem Tiger an den Haaren zieht, werde ich laut und unterbinde es. Ich räume abends gemeinsam mit meinen Kindern das Kinderzimmer auf bevor ich eine oder beide Mädchen ins Bett bringe.

Was ich nicht sein will: ein Helikoptervater, der ständig jede Bewegung seiner Kinder nach Risiken und Gefahren abcheckt. Und nein, ich muss nicht zu jedem Entwicklungsmonat ein Fachbuch lesen. Okay, ich bin Sozialpädagoge, daher zählt das Argument vermutlich nicht 😉

Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld?

Und zur Frage, wie ich als moderner Vater das alles bezahle, so ganz ohne Start-up: Meine Frau arbeitet Vollzeit, ich Teilzeit. Wir fahren ein altes Auto, machen keine teuren Fernreisen. Wir leisten uns so einiges aber eben nicht alles. Und ich habe keine Hobbys mehr. Ne, Quatsch! Aber die Hobbyzeit habe ich deutlich runtergefahren. Keine 20 Stunden mehr in der Woche in Laufschuhen, auf dem Rennrad oder im Wasser. Die Zeit gehört jetzt meiner Familie. Und die Kneipen- und Kinobesuche sind auch deutlich zurückgegangen. Spart auch noch einmal den ein oder anderen Euro 😉

Ach ja, wir fahren übrigens heute noch die Kurzstrecken bis 15 Kilometer mit dem Rad. Bei Wind und Wetter. Nur aus der Dreigang-Schaltung ist inzwischen eine 27-Gang-Kettenschaltung geworden.

Partnerschaftlich geteilte Hausarbeit

Vor ein paar Wochen haben wir Vaeter.nrw ein Interview zum Thema „Partnerschaftlich Familie und Beruf leben“ gegeben. Aber partnerschaftlich Aufgaben so verteilen, dass beide Eltern zufrieden sind, geht das überhaupt?

Ich bin der Meinung eine exakte 50/50 Aufteilung funktioniert nicht. Wer es hundertprozentig fair und gerecht aufteilen will macht sich nur unglücklich. Wichtig ist doch, dass beide Elternteile mit ihrer ganz persönlichen Aufteilung klarkommen und im Idealfall auch noch zufrieden sind. Warum soll ich, um meine 50 Prozent zu erreichen, Dinge erledigen, die bei mir mega lange dauern und mir einfach keinen Spaß machen, meiner Frau hingegen die Arbeit super schnell von der Hand geht und sie es auch noch gerne macht?

Aber was umfasst Hausarbeit eigentlich alles?

Wenn es um partnerschaftliche Aufteilung geht, haben die meisten Menschen zwei Dinge im Kopf. Erziehung und Haushalt. Die Erziehung ist ein ganz eigenes Thema, die lasse ich heute mal außen vor. Und die Hausarbeit umfasst ja nicht nur Saugen und Wäsche. Auf dem Blog von „dasnuf“ habe ich einen Fragebogen zur Hausarbeit gefunden. Ganz spannende Liste. Was allerdings „Wer denkt an die Geburtstage der Verwandtschaft?“ oder „Wer denkt an ablaufende Fristen?“ mit Hausarbeit zu tun hat, erschließt sich mir nicht so ganz. Scheinbar nimmt die Checkliste das Wort Hausarbeit auch ganz genau und umfasst nur das Haus bzw. die Wohnung. Zur Gartenarbeit und Urlaubsplanung keine Fragen. Auch nicht wer die Steuererklärung macht oder das Fotoalbum vom letzten Sommerurlaub, die Batterie in den Feuermelder wechselt, das Spritzwasser für die Windschutzscheibe überprüft oder die Getränke aus dem Keller holt? Vielleicht sind das aber genau die Fragen, die weiter unten auf der Liste nach … noch kommen.

Eigentlich ist das meckern auf hohem Niveau. Im Großen und Ganzen zeigt der Fragebogen nämlich schon auf was alltägliche kleine und große Aufgaben im Haushalt sind. Und wenn man(n) ehrlich ist, dann rufen bei den meisten Familien heute immer noch die Frauen bei vielen Fragen „yep, meine Aufgabe“.

Wie kommt das überhaupt?

Ständig ließt man das Paare ohne Kind ihre Hausarbeit fair untereinander aufteilen und beide berufstätig sind. Schon komisch wieso das als Familien dann oft nicht mehr funktioniert? Irgendwo habe ich mal den Satz gelesen: Werdende Eltern gehen als gleichberechtigtes Paar in den Kreissaal und kommen als traditionelles Paar wieder heraus.“ Da ist schon was dran.

Der Mann bleibt in der Regel im Job und die Frau kümmert sich um das gemeinsame Baby. Und da sie ja so viel Zeit hat, macht sie den Haushalt einfach parallel mit. Ist ja so easy mit Baby 😉 Dann freut sich abends der Partner und die Stimmung ist gut. Mann gewöhnt sich an den Luxus und vergisst in wenigen Tagen seine Aufgaben im Haushalt. Im Vergessen waren wir Männer schon immer gut 😉 Und warum Frauen plötzlich Samariterinnen werden und ihren Männern alles abnehmen, geht mir nicht in den Kopf. Muss es ja auch nicht. Wie oben schon geschrieben, jede Familie ist für ihr Glück und ihre Zufriedenheit selbst verantwortlich.

Wir haben das Glück uns einmal in der Woche eine Putzfrau leisten zu können. Sie kümmert sich um Küche und die Bäder. Das entspannt die Haushaltssituation für uns massiv. Die Kinderzimmer und das Wohnzimmer, sowie das regelmäßige Aufräumen, Staubwischen und Einkaufen ist mein Job. Plus die ganzen Dinge, die der Fragebogen nicht aufgelistet hat. Meine Frau kocht und macht (wieder) die Wäsche. Und jetzt doch noch etwas zur Erziehung: An drei Tagen bin ich für die Kinder da, meine Frau an zwei Nachmittagen. Am Wochenende ist dann Familienzeit. Für uns eine passende und faire Aufteilung. Ach ja, meine Frau arbeitet voll, ich mit 24 Std./Wo.

Spielen hilft!

Werbung! Unser Sommerurlaub ist schon wieder vorbei. Leider! Zwei Wochen waren wir in Deutschland unterwegs. Ausgerechnet die erste Woche am Bodensee war verregnet. Bei schlechtem Wetter kann die Stimmung in der Familie schnell kippen. Gerade im Urlaub. Aber wir waren vorbereitet und hatten ausreichend Spielsachen für beide Kinder eingepackt.

Mit im Koffer waren „RINGLDING“ und „Schau mal!“. Die beiden Spiele hatte uns AMIGO zwei Wochen vor unserem Urlaub zum Testen geschickt. Die ersten beiden Tage waren noch super sonnig, so dass wir uns nur zum Schlafen und Essen in der Ferienwohnung aufgehalten haben. Aber dann kamen die dunklen Tage, an denen sich die Sonne nur schwer gegen die Wolken durchsetzen konnte.

Exklusive Spielzeit für den Tiger

Sobald Lila mittags im Reisebett schlief, gab es für den Tiger exklusive Spiel- und Vorlesezeit mit Mama und/oder Papa. Für die Zeit haben wir den Regen draußen (fast) vergessen.

Natürlich wollte der Tiger gleich die neuen Spiele ausprobieren. Als erstes haben wir „Schau mal!“ ausgepackt. Mir persönlich hat „Schau mal“ richtig gut gefallen. Dem Tiger übrigens auch. Ich mag Spiele, bei denen man sich schnell etwas einprägen muss. Die Karten sind sehr stabil und halten auch die harte Schule (in den Mund nehmen, biegen, reißen) von Lila aus. Jede Karte hat auf einer Seite ein Bild und auf der zweiten Seite ist das Bild leicht verändert. Beispiel: Auf der Vorderseite ist eine Ampel die rot zeigt, auf der Rückseite eine Ampel die grün zeigt. Dem Tiger und mir haben die Motive gefallen. Bei einigen Karten erkennt man schnell was auf der zweiten Seite anders ist, bei anderen musste man zweimal schauen.

Die Spielregeln sind so einfach, dass ich sie nur beim ersten Durchgang dem Tiger erklären musste. Ziel ist es, schnell die Karte zu erkennen, die von einem Mitspieler von fünf auf dem Tisch liegenden Karten umgedreht wurde. Der Tiger fand das Spiel so gut, dass wir es gleich noch drei Mal spielen mussten.

Haargummis einmal anders benutzt

Daher musste RINGLDING erst einmal ungenutzt im Regal warten. Aber einen Tag später hat der Tiger dann auch das Spiel ausgepackt.

Jeder muss so schnell wie möglich die Kombination von Haargummis auf der Karte über seine eigenen Finger streifen und dann auf die Klingel hauen.

Wer die Klingel sieht, denkt sicher sofort an „HALLI GALLI“. Stimmt, das Spiel (und auch „Schau mal!“) sind von Haim Shafir, dem Erfinder von „HALLI GALLI“.

Im direkten Vergleich mit „Schau mal“ schneidet „RINGDING“ bei mir etwas schlechter ab. Ich bin einfach kein Freund von Haargummis. Bis heute sehen meine Zöpfe beim Tiger nach dem Motto „wie gewollt und nicht gekonnt“ aus.

Der Tiger hingegen war begeistert von den bunten Haargummis. Sie hat nur nicht sofort verstanden, warum die Gummis jetzt plötzlich an die Finger gehören und nicht in die Haare. Ich sollte das Spiel auf jeden Fall nicht zu oft spielen. Meine dicken Fingern leiern die Bänder ansonsten zu sehr aus.

Kurze Auszeit mit „Und ewig schläft das Pubertier“

Zugegeben, viel Zeit zum Lesen habe ich aktuell nicht. Zwei Kinder unter vier, Partnerin, Haushalt, Sport und Bloggen, da bleibt nicht viel Zeit übrig. Früher, ja da war alles besser 😉 Damals, ohne Kinder, gab es bei uns ganze Lese-Wochenenden. Heute, als Familienvater, muss ich mir die Zeit zum Lesen bewusst nehmen, so wie jetzt, im Urlaub.

Wie gut dass passend zum Familienurlaub das neue Buch von Jan Weiler „Und ewig schläft das Pubertier“ im Briefkasten lag. Ich bin ein großer Jan Weiler Fan. Neben dem Superhit „Maria, ihm schmeckt´s nicht“ – habe ich schon die ersten beiden Teile des Pubertiers gerne gelesen. Aber Jan Weiler macht es mir als Familienvater auch leicht. Sein Buch macht mir keine Angst. Es hat ein handliches Format von 11,5×1,8×17,1 cm und „nur“ 172 Seiten. Die schafft auch ein gestresster Papa an ein paar Urlaubstagen.

Der Inhalt von „Und ewig schläft das Pubertier“

Das Buch enthält eine Zusammenfassung von 27 Kolumnen seiner Homepage und aus „Der Welt am Sonntag“. Da ich kein Leser der „Welt am Sonntag“ bin und nicht so gerne Kolumnen am Bildschirm lese, bin ich sehr froh, dass Herr Weiler sie in einem netten Buch zusammengestellt hat. Das Cover und die Bilder zu den Kolumnen sind von Till Hafenbrak wunderbar gestaltet.

Inhaltlich geht es um all die Themen, die vermutlich die meisten Familien mit Kindern Ü12 kennen: ausgiebige Mediennutzung; die vielen Gesichter der Jugendlichen; Krankheit versus Wunderheilung; Verlässlichkeit bei Absprachen; Reden ist Silber – schweigen ist Gold; Schule wird überbewertet; das liebe Thema Ordnung und Sauberkeit; der erste Besuch einer Fahrschule; …

Viellicht fragt ihr euch jetzt, warum liest der Dreier überhaupt so ein Buch? Hat er nicht kleine Kinder? Ja, hat er. Aber man(n) kann sich nie früh genug mit der Pubertät auseinandersetzen (bei zwei Töchtern kommt da in ein paar Jahren sicher einiges auf mich zu) und zweitens gibt es auch ein paar Gemeinsamkeiten zwischen der „Das-Kann-Ich-Schon-Alleine-Maus“ und dem „Pubertieren“.

Gemeinsamkeiten vom Pubertier und der Das-Kann-Ich-Schon-Alleine-Maus

Pubertiere haben oft vor der Schule Bauchschmerzen und kurze Zeit später ereilt sie eine Blitzheilung. Als Vater von Ich-Kann-Das-Schon-Alleine-Mäuse kenne ich solche Phänomene  auch. Wenn Mama oder Papa an einem Kita-Tag nicht arbeiten müssen, schmerzt der Bauch oder der Kopf tut weh. Immer genau so lange, bis wir Eltern den Hörer nach dem Telefonat mit der Kita wieder auflegt haben.

Oder wie in der Kolumne „Generation Storno“ beschrieben: das Pubertier geht fleißig shoppen um kurze Zeit später alles wieder umzutauschen. Bei unserer Das-Kann-Ich-Schon-Alleine-Maus wird schon am Frühstückstisch fleißig storniert. „Ich möchte ein Brot mit Käse. Nein, lieber ein Brot mit Wurst. Papa, doch kein Brot! Nur Wurst! Und Kakao. Nein, ich wollte doch Saft…..

Vorteile eines Papas von zwei Kleinkindern

Im Gegensatz zum Pubertier-Versuchsleiter kann ich meinen Töchtern noch ganz viel beibringen. Noch bin ich für meine Mädels Meister Yoda und Obi Wan in einer Person. Mal sehen wie lange noch.

Es gibt aber auch Dinge um die ich Jan Weiler beneide. Die Dauermüdigkeit seiner Pubertiere beispielsweise. Ach was würde ich dafür geben wenn meine beide Kinder mal ein ganzes Wochenende in ihren Betten bleiben würden. Dann könnte ich endlich mal wieder ein dickes Buch lesen 😉

Beim Parken ist Schluss mit lustig

In letzte Zeit gibt es Verhaltensweisen, die mich erschrecken. Beispielsweise die Mentalität: „Rücksicht nehmen auf andere? Warum sollte ich das tun?“ Oder den Wahlslogan von Herrn Trump abgewandelt: „Me first!“

Was ich damit meine? Ich habe das Gefühl immer weniger Leute nehmen immer weniger Rücksicht auf ihre Mitmenschen. Das kaum noch jemand meiner Frau oder mir mit Kinderwagen die Tür aufhält, daran habe ich mich gewöhnt. Das nur wenige Autos anhalten, wenn wir als Familie mit Kinderwagen und Kinderfahrrad an einem Zebrastreifen stehen, fast schon Normalität. Das Meckern der Nachbarn, wenn die Kinder im Urlaub zu laut im Garten spielen, versuche ich einfach zu überhören.

Dass aber ständig Personen ohne kleine Kinder auf den markierten Familienparkplätzen ihre Autos abstellen geht in meinen Kopf nicht rein. Dies gilt im übrigen genauso für das Parken auf Behindertenparkplätzen.

Auch ältere Kinder waren mal Kleinkinder

Okay, bei den jungen, tiefergelegten GTI-Fahrern, die ihren ganzen Verstand in ihr Auto gepackt haben, kann ich es ja fast noch nachvollziehen. Die verstehen das Wort Familienparkplatz einfach noch nicht. Aber warum parken Mütter und Väter, die ältere Kinder im Auto sitzen haben, auf den für Familien mit Kleinkindern vorgesehenen Plätzen? Oder die Omas und Opas, die immer so stolz auf ihre kleinen Enkelkinder sind aber beim Einkaufen scheinbar jede Empathie für Familien verlieren.

Wenn ich die „Falschparker“ freundlich auf ihren Fehler aufmerksam mache werde ich (teilweise wüst)  beschimpft, mir wird der Stinkfinger gezeigt oder die Personen flüchten ohne ein Wort zu sagen. Bislang hat sich erst ein einziger Autofahrer mit den Worten, „ich habe das Schild nicht gesehen“, entschuldigt.

Diese soziale Unfähigkeit auf andere Menschen Rücksicht zu nehmen, ich möchte sie wirklich gerne verstehen. Sind plötzlich so viele Menschen Narzissten geworden? Haben diese Menschen in ihrem Leben von ihren eigenen Eltern immer nur das Gefühl vermittelt bekommen, die Welt dreht sich nur um sie? Oder haben diese Menschen im Leben immer nur die Erfahrung gemacht, wenn ich mich nicht um mich kümmere macht es keiner?

Was geht Menschen durch den Kopf wenn sie mit ihren Autos auf der Suche nach einem Parkplatz sind? Sehen sie nur volle Parkplätze und dann ENDLICH ist da ein freier Platz. Kommt dann automatisch vom Stammhirn die Befehlskette:  SOFORT PARKEN – SCHILD IGNORIEREN – SCHLECHTE GEWISSEN AUSSCHALTEN !!

Bequemlichkeit und ihre Auswirkungen

Oder ist es etwa „nur“ die reine Bequemlichkeit ganz nah am Eingang zu parken? Der Kausalzusammenhang – wenn ich Familien den Platz wegnehme, müssen die Familien weitere Wege vom Parkplatz zum Eingang nehmen – wollen oder können die Bequemen nicht sehen. Und wenn die Familienparkplätze alle besetzt sind, heißt das für Familien: das Kind im Maxicosi den weiteren Weg bis zu den Einkaufswagen schleppen; einkaufen gehen; den Einkauf zum Auto bringen; alles einpacken; den Wagen wieder zurück zu bringen um dann das Kind wieder den weiten Weg  zurück zum Auto zu tragen. Wenn es richtig blöd kommt ist der Parkplatz noch schmal und die Eltern haben große Schwierigkeiten ihr Kind wieder ins Auto zu befördern. Unnötige Mühen für Mütter und Väter! Und das alles nur, weil erwachsene Menschen zu bequem sind ihre Autos auf einen anderen Parkplatz zu stellen.

Oder können die Familienparkplatzwegnehmer einfach nur nicht vernünftig einparken und nutzen mit Vorliebe die breiteren Familienparkplätze? Denen könnte schnell geholfen werden: Einfach bedruckte Flyer „Mach mal wieder ein Einparktraining!“ unter die Scheibenwischer legen 😉 Ach, wenn es doch nur so einfach wäre ….

Sonne, Sommer, Sonnencreme

Es ist Sommer und ob ihr es glaubt oder nicht, auch in Münster scheint die Sonne. Allerdings finde ich es total nervig meine Kinder mit Sonnenmilch einzucremen. Bislang habe ich noch keine Sonnencreme gefunden, die sich wunderbar verteilen lässt. Und dabei habe ich noch Glück. Der Tiger und auch Lila lassen sich bislang begeistert eincremen (so gerne, dass der Tiger auch schon den ein oder anderen Puppenarm und eine Menge Duplo-Steine mit Sonnenschutz eingecremt hat). Leider muss Eincremen sein, sagt meine Frau. Also mache ich es …  Nein, natürlich weiß ich selbst, wie wichtig Sonnenschutz für meine Kinder ist. Und dass ich meine 44-Jahre-alte-Haut nicht mit der Kinderhaut meiner Töchter vergleichen darf. Aber warum ist Sonnencreme für Kinder überhaupt wichtiger als für Erwachsene?

Weil das Hautkrebsrisiko bei starkem Sonnenbrand bis zu dreimal höher sein kann als bei Erwachsenen. Und warum ist das so? Die Haut von Kindern und insbesondere von Babys ist sehr empfindlich. Die Kinderhaut baut ihren Eigenschutz erst nach und nach auf. Daher wird von unterschiedlichen Internetseiten bei Kindern eine Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor von 30 bis 50 empfohlen. Allerdings sollten Babys in den ersten Monaten überhaupt nicht in die Sonne und müssen dementsprechend auch nicht eingecremt werden. Lange Kleidung, Kopfbedeckung, Sonnenschirm oder Schattenplatz ist für Babys der beste Schutz gegen Sonnenbrand.

Aber was hilft die beste Sonnenmilch im Schrank, wenn ich nicht weiß, wann ich überhaupt eincremen muss. Bei blauen Himmel und Sonne pur ist mir das klar. Aber wie sieht es bei Wolkenwetter aus? Dann nützt mir mein Blick in den Himmel nichts. Deshalb habe ich mir eine UV-App auf mein Smartphone geladen. Davon gibt es im Appstore eine ganze Menge. Kostenfreie und kostenpflichtige. Ich habe mich für eine kostenfrei Basis-App entschieden. Bevor ich mit meinen Kindern nach draußen gehe, schaue ich kurz auf die UV-Anzeige. Es gab schon einige Tage, da hätte ich 100 Euro verwettet, dass ich nicht eincremen muss. Wie gut das ich nicht wette, ansonsten wäre es für mich ziemlich kostspielig geworden.

Der UV-Index ist echt hart. So hart, dass ich für mich entschieden habe, erst bei einem Index von 6.0 meine Kinder einzucremen. Ab 6.0 beginnt die mittlere gesundheitliche Gefährdung. Die WHO sagt, ab diesem Wert sind Schutzmaßnahmen erforderlich. Bei dem UV-Index 3-5 stehen noch die Wörter >sind empfehlenswert< im Text. Und 6.0 ist super schnell erreicht, auch bei Wolken.

Wer mehr zum UV-Index lesen möchte und keine Lust auf eine App hat, das Bfs gibt alle drei Tage eine UV-Prognose heraus.

Versuch einer Mittagspause

Heute ist Sonntag, Lila liegt in ihrem Bett und schläft tief und fest. Meine Frau hat eine dicke Erkältung und ist gerade auch ins Bett gegangen. Der Tiger hat die Idee, dass wir auch eine Mittagspause machen könnten. Super Idee! Da bin ich sofort dabei. Zusammen legen wir uns mit einer Decke auf das Sofa. Das Einruckeln vom Tiger dauert gefühlt fünf Minuten. Dann scheint sie ihre Idealposition gefunden zu haben. Ich mache meine Augen zu und versuche zu schlafen.

„Papa, möchtest du Musik hören?“ „Nein, ich will ja schlafen.“ „Aber ich kann ohne Musik nicht schlafen.“ „Dann mach dir eine CD an. Aber bitte leise.“ „Okay, Papa.“ Der Tiger steht auf und legt „Die kleine Raupe Nimmersatt“ in den Player und kommt zurück zu mir. Für kurze Zeit ist Ruhe.

„Papa?“ „Ich schlafe!“ „Aber Papa, deine Füße sind nicht zugedeckt! Soll ich sie dir zudecken?“ „Nein, alles gut.“ „Ich decke sie dir lieber zu, nicht dass sie frieren.“ Sie steht auf und dreht die Decke so lange, bis meine Füße unter der Decke sind. Dann legt sie sich wieder hin.

Der Sekundenzeiger ist erst ein paar Sekunden weitergezogen da kommt die nächste Frage: „Papa, ist es dir zu laut?“ „Nein, ist okay so!“ „Aber mir ist es zu laut. Ich mache es leise, okay?“ Wofür das okay steht scheint sie nicht zu wissen, jedenfalls wartet sie meine Antwort nicht ab und ist schon auf dem Weg zum Player. Sie dreht an der Lautstärke, kommt zurück und macht die Augen zu.

Zack, Augen sind wieder auf. „Papa, noch ein bißchen leiser?“ „Nein, alles gut. Bleib doch einfach hier liegen, ich möchte schlafen.“ „Ich mache es aber lieber leiser.“ Der Tiger steht auf und verändert die Lautstärke minimal, bevor sie sich wieder zu mir auf das Sofa legt. „Oh, jetzt ist es aber zu leise.“ Mein „Nein, lass es einfach“ interessiert sie nicht, vielmehr steht sie wieder auf und macht sich wieder am Lautstärkeregler zu schaffen. Einen Unterschied kann ich nicht hören. Egal, sie kommt zurück und kuschelt sich bei mir an. In dem Moment geht die Geschichte zu Ende. „Papa, ich will die Geschichte noch einmal hören.“ Und schon steht sie wieder am CD-Player und startet die CD neu. Mit einem Sprung liegt sie wieder neben mir.

Zwei Minuten später: „Papa, ich muss Pipi!“  „Wirklich? Dann geh bitte schnell zum Klo.“ Kurze Zeit später ist sie wieder da. „Papa, ich musste gar nicht.“ „Gut, dann können wir ja JETZT endlich schlafen.“ Sie legt sich wieder neben mich, deckt sich zu und macht die Augen zu.

10 Sekunden später sind die Augen wieder auf! „Papa, ich lag da zu erst.“ Ich soll mit ihr den Platz tauschen. „Nein, ich lag hier doch schon die ganze Zeit.“ „Ich kann hier aber nicht schlafen!“ Also tauschen wir die Plätze, in der Hoffnung dass sie dann endlich schlafen kann, decken uns wieder zu und schließen die Augen, also ich jedenfalls!

Gefühlt direkt danach: „Papa, ist dir zu warm? Soll ich die Decke weg machen?“ „Nein, alles gut,  lass uns BITTE einfach ausruhen.“ „Aber mir ist zu warm. Ich kann so nicht schlafen.“ Ich ziehe ihr die Decke weg und drehe mich zur Seite.

Drei Minuten passiert nichts. Dann: „Papa, ich möchte tanzen!“ „Mach was du willst, ich bleibe hier liegen.“ „Aber ich kann nicht alleine tanzen.“ „Das ist mir gerade egal, ich bin MÜDE und will mich ausruhen.“ „Na gut, Papa.“

Ich bin fast eingeschlafen da kommt die nächste Frage: „Papa, möchtest du eine andere CD hören?“ Ich mache so als ob ich schlafe. „Papa? PAPA!!! Ich hole noch ein paar CD´s, okay?“ „Tiger, so kann ich nicht schlafen.“ Ich stehe auf und kümmere mich um die Küche. Nachdem ich alles aufgeräumt habe wundere ich mich, dass es auf dem Sofa so ruhig geworden ist. Ich schaue im Wohnzimmer nach. Der Tiger liegt ohne Decke AUF dem Holzboden und schläft…